Bier Bericht aus Freiburg

Unser Kunde David schildert uns seine Bier Reise nach Freiburg im Breisgau

Freiburg und sein Bier – immer eine Reise wert.

Freiburg im Breisgau, grösste Stadt und Perle der Region Schwarzwald in Süddeutschland, ist für uns Schweizer schnell zu erreichen. Kein Wunder also, dass das Zentrum von Freiburg Wochenende für Wochenende von unzähligen Schweizer Einkaufstouristen frequentiert wird. Auch mich zieht es einige Male im Jahr in die wunderschöne Stadt – wobei ich mehr Geld in Wirts- als in Kaufhäusern liegen lasse.

Da meine Besuche meist von kurzer Dauer waren, nahm ich mir vor, für einmal länger in der Stadt zu verweilen, um die lokale Braukultur besser kennen zu lernen. Beim gemeinsamen Bier mit zwei Freunden konnte ich diese von meinem Vorhaben begeistern. Wir machten uns also auf – nicht etwa in die Techno-Touristenfalle Berlin, nicht in die Heilkräuter-Hochburg Amsterdam, nicht in die Stout-Stadt Dublin – sondern nach Freiburg, dem mittelgrossen Neo-Tatort-Nebenschauplatz in Süddeutschland.

Die Reise beginnt. Es ist Freitagabend und wir drei machen uns auf die neunzigminütige Autofahrt nach Freiburg. Die Empfangsperson unseres Apartments verspätet sich – anscheinend ist viel los in der Stadt: Wein- und Musikfest finden beide dieses Wochenende statt. Wir sind weder wegen des Weines, noch wegen des Musikfestes in der Stadt, freuen uns aber trotzdem, dass etwas los ist.

Ein erster Höhepunkt unseres Ausfluges steht bereits wenige Minuten nach unserer Ankunft auf dem Programm: wir besichtigen eine der grössten Brauereien der Stadt. Die Brauerei Ganter befindet sich lediglich fünfzehn Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Die eineinhalbstündige Führung vergeht wie im Flug. Dabei werden einige Biere in unserer kleinen Runde von fünf Personen, bestehend aus uns drei Bierfreunden, dem Tour-Leiter und Andreas, getrunken. Andreas ist alleine unterwegs und besichtigt gerne Brauereien. Er spricht zwar nicht viel, trinkt aber gerne Bier mit uns. Wir mögen Andreas. Im Anschluss an die Führung verweilen wir noch einige Zeit zusammen mit Andreas und den paar Angestellten der Brauerei auf der Terrasse der Schankstube. Das Ganter Bier schmeckt nämlich ausgezeichnet. Besonders das Zwickel-Bier, das man während der Führung gleich selbst aus einem riesigen, hochmodernen Tank zapfen kann.

Es ist halb neun und die Nacht noch jung. Wir machen uns auf zum – von mir als bestes Wirtshaus der Stadt ernannten – Martin’s Bräu. (Zu) oft schon habe ich vorgeschwärmt, wie gut diese saftigen Schnitzel seien. Meine Freunde sind gespannt und schneiden voller Vorfreude in die frisch zubereiteten Fleischfladen. Wie durch Butter gleiten unsere Messer durch die insgesamt neun Schnitzel. Ja genau, eine Bierreise macht hungrig. Und so viel Schnitzel durstig. Wir genehmigen uns ein Glas vom Craft-Bier des Monats.

Nach dieser Stärkung folgen wir den Massen, die sich um das altehrwürdige Freiburger Münster versammeln. Auf dem grossen Platz vor dem wunderschönen Gotteshaus im gotischen Stil findet alljährlich eine sechs Tage dauernde Weinprobe statt. Freiburg und die umliegende Region Baden sind bekannt für besonders guten Wein. Den guten Rebensaft haben die Weinbauern der Umgebung wohl aber im eigenen Keller gelassen. Wir sind sauer – wie der hiesige Riesling. Der leckerste Wein wird passenderweise eiskalt, als trinkbares Weinsorbet serviert. Wir wenden uns für den Rest des Abends lieber wieder dem Gerstensaft zu.

Morgens halb elf in Deutschland. Wir genehmigen uns ein Frühtückchen in flüssiger Form. Der geneigte Leser dieses Beitrages vermutet hier einen alkoholhaltigen Saft erwähnt zu wissen – dem ist aber nicht so. Wir trinken Vitamine – im Saftlädele. Danach machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden und erklimmen voller Tatendrang den Hausberg von Freiburg. Die fast dreihundert zurückgelegten Höhenmeter fühlen sich an wie der Aufstieg zum Kilimandscharo.

Apropos Weltenbummler und gesuchte Übergänge in Texten: In der Bierhandlung, die wir nach unserer Wanderung besuchen, gibt es Bier aus aller Herren Ländern zu kaufen. Nach einem netten Schwatz mit dem Inhaber des Geschäftes und einigen hämischen Bemerkungen seinerseits über die deutsche Bierkultur, entscheiden wir uns, lokales Craft-Beer vom Braukollektiv Freiburg zu testen. Ein guter Start in den Biernachmittag.

Wir kommen langsam wieder auf den Geschmack des edlen, goldenen Getränks und machen uns auf zum schönsten Biergarten der Stadt – so behaupten es jedenfalls über sechzig Prozent der drei gefragten einheimischen Passanten. Der Biergarten der Hausbrauerei Feierling lädt zum Verweilen ein und für eine Zwischenmalzeit ist die Küche durchaus zu empfehlen.

Zeit für eine kurze Pause in unserem Apartment, wobei wir den Klängen landesüblichen Sprechgesangs durch den von mir neu erworbenen, hochwertigen und portablen Lautsprecher lauschen. Anschliessend machen wir uns auf, die kulinarische Vielfalt der Stadt zu entdecken. Aufgrund der unendlichen Vielfalt und unserer Unentschlossenheit finden wir uns nur kurze Zeit später am selben Tisch wie am Vorabend wieder. Mit denselben Schnitzeln. Wir schämen uns nicht. Wir lieben Schnitzel.

Den anschliessenden Abend lassen wir in den zentral gelegenen Bars im Studentenviertel der Stadt ausklingen. Ob Schlappen, Puzzles oder Aussergewöhnlicher Bruder Wolf: kreativ sind die Namen der Lokale in Freiburg allesamt. Nicht nur die Kreativität haben die Bars gemeinsam, sondern auch ein oft getrunkenes Bier – Freiburger heisst das Studentenbier der Brauerei Ganter, das von Marketingfüchsen zur Auffrischung des angestaubten Images des Unternehmens unbenannt wurde. So schliesst sich der Kreis. Bis bald in Freiburg!

Willst du uns deine Bierreise ebenfalls näher bringen, die wir veröffentlichen dürfen? Es winkt Gratis Bier. Nimm einfach mit uns Kontakt auf.

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